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>> Mein Leben in der Schweiz [9] <<

Die Wohnung wird aufgeräumt, die Koffer werden gepackt. Wie erwartet haben wir bei unserer Rückkehr nach Wien viel mehr Gepäck als bei unserer Anreise – jetzt sind nämlich auch noch ein ganzer Berg Erinnerungen aus sechs Monaten Auslandsaufenthalt in der Schweiz mit dabei.

Schnell ist die Zeit vergangen, aber wenn wir so zurückblicken, haben wir ganz viel erlebt und ich möchte meine Zeit hier in der Schweiz nicht missen. Ich bin sehr froh, dass ich mich in das Abenteuer “Expataufenthalt mit Kleinkind” gestürzt habe.

Auf der einen Seite habe ich mich beruflich weiterentwickeln können – das war natürlich das Hauptziel der ganzen Aktion. Aber auf der anderen Seite gibt’s auch sonst viel positive Dinge, die wir mitnehmen können:

Wir haben die Schweiz bei unseren vielen Wochenendtrips und Tagesausflügen bereist. Abgesehen von der Westschweiz haben wir in der Ostschweiz, in der Zentralschweiz sowie im Tessin wirklich viel gesehen und die unvergleichliche Landschaft sehr genossen.

Wir haben das Leben in einer kleineren Stadt schätzen gelernt. Innerhalb von 15 Minuten Fussweg von Wohnung zu Büro bzw. Kindergarten zu kommen und dazwischen die gesamte Altstadt mit aller Nahversorgung zur Verfügung zu haben, werden wir sehr vermissen.

Meine Tochter spricht fliessend Schwyzerdütsch, ich verstehe es mittlerweile sehr gut, ohne Kopfweh davon zu bekommen. Auf dem Rest der Welt werden uns diese Sprachkenntnisse wenig bringen. Aber die Erfahrung zu machen, innerhalb der eigenen Muttersprache eine Fremdsprache lernen zu müssen ist speziell.

Ich habe die Kulturunterschiede zwischen Schweiz und Österreich aus der Nähe kennengelernt – darüber habe ich ja zum Teil ausführlich berichtet. Und mit Kulturunterschieden umgehen zu lernen, ist immer eine lehrreiche Herausforderung. Was man hier wirklich erfahren kann, ist die Tatsache, als Wienerin nicht nur geografisch sehr nah an Osteuropa zu leben. Das weiss ich nun noch viel mehr zu schätzen.

Dieses ½ Jahr war eine gute Zeit, um auch Abstand zu gewinnen. Man ist ziemlich auf sich selbst konzentriert, sieht viele Dinge in der Heimat auf einmal mit anderen Augen. Man erhält wieder Energie und neue Motivation für den eigenen Job, man hat aufgetankt.

Die Tatsache als Familie nicht am selben Ort zu leben, hat uns mehr zusammengeschweisst als wir es erwartet hätten. Das das Abenteuer gut funktioniert hat, ist nicht zuletzt der Unterstützung aller – Familie wie Freunden - zu verdanken. Vor allem aber hat mich mein Mann bei dieser Idee immer sehr unterstützt und sich letztendlich jede zweite Woche in den Flieger gesetzt, um ein paar Tage mit uns zu verbringen. Nicht zuletzt an dieser Stelle ein ganz grosses Dankeschön!

Es war auch immer schön, meine Erlebnisse und Erfahrungen mit Euch zu teilen. Ich hoffe, Euch hat das Lesen genauso viel Spass gemacht, wie mir das Schreiben!

Februar 2010

von zarafa am 24.02.2010 um 07:46 pm | 100 x gelesen

Was ihr schon dazu gesagt habt:

ohja, es hat spaß gemacht! und ich freu mich schon, euch am freitag so einen richtig klassischen (österreichischen?) freitag-vormittag-brunch servieren zu dürfen! bis dann!!!

von kaash  am  24.02.2010  um  10:47 pm

ja, war superspannend zu lesen und sehr gut geschrieben!

danke nochmal, zarafa smile

von  am  25.02.2010  um  12:40 am

mir tut´s echt leid, dass ich dich nicht besuchen konnte. sehr.sehr.schade.
aber ich hoffe natürlich - für kadoosh - dass du uns als leserin/schreiberin erhalten bleibst?!

von  am  02.03.2010  um  10:26 pm

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